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Feuerwehr Rees übt unter realen Bedingungen


REES. Ein umgekippter Gefahrgutbehälter, austretende ätzende Flüssigkeit, mehrere verletzte Personen – und die Uhr tickt: Am Freitagabend hat die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Rees auf dem Gelände der Spedition Wwe.Theodor Hövelmann GmbH & Co. KG in Rees-Empel ihre jährliche Stadtwehrübung absolviert. Rund zweieinhalb Stunden lang probten alle fünf Löschzüge mit über 70 Einsatzkräften und 16 Fahrzeugen gemeinsam den Ernstfall bei einem simulierten Gefahrstoffunfall – mit voller Alarmierung, realistischem Szenario und Einsatz unter schwerer Schutzausrüstung. „Bei der Stadtwehrübung fügen wir verschiedene Einsatzgebiete und Schwierigkeitsgrade zusammen. Das Training bereitet uns auf Ernstfälle vor und auch wie wir als Team die Sicherheit für alle gewährleisten“, erklärt Wehrleiter Marc Pohle.

Das Übungsszenario war bewusst realitätsnah angelegt: Beim Entladen von Gefahrgutbehältern auf dem Speditionsgelände war – der Übung nach – ein 1.000-Liter-IBC-Container von einer Gabelstaplerzinke abgerutscht und hatte dabei einen weiteren Behälter beschädigt. Ätzende Flüssigkeit trat aus. Gleichzeitig wurden mehrere Personen verletzt, darunter ein Mitarbeiter, der unter dem Container eingeklemmt war. Die Alarmierung erfolgte wie im Ernstfall über die Kreisleitstelle des Kreises Kleve.

Beteiligt waren alle Reeser Löschzüge aus Millingen, Rees, Haldern, Haffen-Mehr und Bienen, die nach dem CBRN-Konzept der Stadtfeuerwehr klar definierte Aufgaben übernahmen: von der ersten Lagebeurteilung und Gefahrenabwehr über die Dekontamination von Einsatzkräften und Gerät bis hin zu Messen, Warnen und logistischer Absicherung. CBRN steht für chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahrenlagen – Einsatzszenarien, für die besonders ausgebildete Kräfte und spezielles Gerät erforderlich sind. Zusätzlich wurde der Einsatzleitwagen ELW 2 des Kreises Kleve in die Übungsleitung eingebunden.

Die Übung und die Maßnahmen der Einsatzkräfte wurden beobachtet, dokumentiert und anschließend ausgewertet. Bereits im Anschluss an die Übung wurde von den Organisatoren der Übung ein erstes positives Resümee gezogen.

Für die Dauer der Übung blieb der reguläre Grundschutz für das gesamte Stadtgebiet durch bereitgestellte Kräfte und Fahrzeuge jederzeit gewährleistet.

Stadtwehrübungen bringen alle Einheiten zusammen und trainieren das gemeinsame Vorgehen unter realistischen Bedingungen. „Im Rahmen der Übung werden insbesondere die Kommunikation, die Abläufe und der Einsatz der Materialien erprobt, außerdem werden Zuständigkeiten geklärt und die Zusammenarbeit mit externen Partnern wie Rettungsdiensten oder weiteren Stellen eingeübt“, erklärt Frank Postulart, Fachbereichsleiter Öffentliche Ordnung bei der Stadt Rees. Gleichzeitig zeigen solche Übungen, wo Konzepte bereits gut funktionieren – und wo nachgebessert werden muss. Für die Ehrenamtlichen soll die Stadtwehrübung darüber hinaus ein greifbarer Beweis dafür sein, wozu ihre regelmäßige Ausbildung dient – und was eine gut aufgestellte Freiwillige Feuerwehr im Verbund zu leisten imstande ist.

Im Anschluss lud die Spedition Hövelmann die Einsatzkräfte noch zum Abschluss zur Erbsensuppe und Getränken ein.