REES. Josef Meyboom kennt auf dem Bauhofbetrieb der Stadt Rees jedes Fahrzeug, jedes Werkzeug und jede Schraube. Seit über 38 Jahren ist er beim Bauhof der Stadt Rees tätig – und damit Dienstältester. 40 Jahre sind es zusammen mit der Zeit bei der Bundeswehr insgesamt im öffentlichen Dienst. „Der Bauhof ist mein Leben“, sagt er.
Als der gelernte Landmaschinenschlosser sich Mitte der 1980er Jahre bei der Stadt Rees auf eine Stellenanzeige bewarb, ahnte er nicht, dass er so lange hierbleiben würde. „Hier konnte ich mich entwickeln und von der Motorsäge bis zum LKW alles selbst bearbeiten und reparieren.“
In der Werkstatt des Bauhofbetriebes kümmern sich Josef Meyboom und seine Kollegen um die Inspektionen, Reparaturen und Wartungen aller städtischen Maschinen, Geräte und Fahrzeuge – inzwischen auch für die Feuerwehr.
Ihm gefällt besonders, dass er Freiheit in seiner Arbeit bekomme und er hier seinen „Traum ausleben kann“.
Seine Anfangsjahre beim Bauhofbetrieb verbrachte er in der Grünpflege, zu einer Zeit, in der „vieles einfach nur Wiese war“, wie er sich erinnert.
Mit der Zeit verlagerte sich sein Schwerpunkt in die Werkstatt – der Bereich, der ihm besonders Spaß mache. „Ich habe die Werkstatt mit aufgebaut. Inzwischen können wir hier alles machen“, so Meyboom
Dabei erlebte er in vier Jahrzehnten den technischen Wandel hautnah mit. Neue Fahrzeugtechnik, moderne Geräte und veränderte Arbeitsabläufe – all das begleitete er, lernte in Fortbildungen und Seminaren sowie Eigenstudium dazu. Josef Meyboom: „Wie sagt man so schön? Man muss mit der Zeit gehen, sonst geht man mit der Zeit.“
Dabei begleitete er vier Bürgermeister und fünf unterschiedliche Bauhofleiter.
Besonders in Erinnerung geblieben sind außergewöhnliche Einsätze, bei denen der Bauhof an seine Grenzen gehen musste: Hochwasser, Winterdienste im Dauereinsatz oder arbeitsintensive Feiertagseinsätze. „Das geht hier Hand in Hand. Es ist eine super Truppe“, so Josef Meyboom.
Ein weiterer Höhepunkt war die Teilnahme in der Fernsehsendung „Jetzt oder nie“ Anfang der 90er mit Ingo Dubinski. Hier mussten allgemeinstiftende Projekte binnen 72 Stunden beendet werden. „Wir wussten gar nicht, was auf uns zukommt.“ Am Ende standen die Hetter Brücke an der niederländischen Grenze, welche für Fahrräder von Millingen nach Megchelen führt, sowie der Fähranleger in Grietherbusch dank guter Zusammenarbeit mit anderen vielen fleißigen Händen.
Seine Motivation hat er sich bis heute bewahrt. „Ich habe nie auf die Uhr geschaut. Die Arbeit machte und macht mir immer Spaß.“ Daher sei aufhören für Ihn auch noch keine Option.
„Vierzig Jahre klingen lang“, sagt er selbst, „aber wenn man gerne zur Arbeit geht, vergehen die Jahre wie im Flug“. Wenn dann aber Schluss ist, soll das auch endgültig sein.
Langweilig wird dem Ortsvorsteher, Jäger, aktiven Schützen und Karnevalsfan, Traktor-Oldtimer-Schrauber und Kneipenverpächter dann sicherlich nicht. „Du kriegst alles mit. Du weißt genau, wo was los ist. Du bleibst einfach am Ball“, sagt Josef Meyboom, den alle eigentlich nur unter „Jupp“ kennen.

Vom Feuerwehrfahrzug bis zum Auto – in der Werkstatt des Bauhofbetriebes reparieren Josef „Jupp“ Meyboom und seine Kollegen den städtischen Fuhrpark selber. Foto: © Stadt Rees

Zum 40-jährigen Dienstjubiläum gab es für Josef „Jupp“ Meyboom (3. v. li.) eine offizielle Feierstunde im Rathaus mit Kollegen und Bürgermeister Sebastian Hense (3. v. re.). Personen (v. li.): Andreas Mai, Ludger Beltermann, Josef „Jupp“ Meyboom, Björn Jansen, Sebastian Hense, Christian Tebbe und Stefan Tekaat. Foto: © Stadt Rees

