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Der Niederrhein beim Internationalen Hansetag


EMMERICH/REES/KALKAR „Tore zu neuen Möglichkeiten“ war das Motto des 46. Internationalen Hansetages im polnischen Stargard. Mehrere tausend Delegierte, Kulturschaffende und Tourismusexperten diskutierten, zelebrierten und lebten vier Tage lang den Hansegedanken. Mittendrin warb auch die Delegation der Rheinischen Hanse für ihre Mitgliedsstädte Neuss, Dinslaken, Wesel, Rees, Kalkar-Grieth und Emmerich. Die Altstadt von Stargard mit ihren markanten Kirchenbauten bot die richtige Kulisse für das Spektakel im Zeichen des europäischen Miteinanders.

Den Auftakt bildete eine Festparade, bei der auch viele historisch gewandete Abordnungen durch die geschmückten Straßen zogen. Der vorausgegangene Platzregen hatte viele der 70.000 Bürgerinnen und Bürger von Stargard nicht davon abgehalten, alle Wege zu säumen. Sie wurden schließlich mit Sonne, einem malerischen Regenbogen, gut gelaunten Menschen und einem Auftaktkonzert im Stadtgarten belohnt.

 Das umfangreiche Programm bot für jeden Geschmack die richtigen Anlaufpunkte. Auf dem Hansemarkt stellten die Städte ihre Sehenswürdigkeiten, Spezialitäten und kulturellen Höhepunkte vor. Kunstprojekte und ein Orgelfestival setzten besondere Akzente. Parallel nutzten die mitgereisten Vertreter aus Politik und Wirtschaft die Versammlungen, Seminare und Workshops, um über zukünftige Kooperationen und nachhaltige Stadtentwicklung zu reden.

Bereits im Jahr 1980 knüpften die ersten europäischen Hansestädte wieder an ihre große Vergangenheit früherer Jahrhunderte an: Sie gründeten im niederländischen Zwolle den Internationalen Städtebund DIE HANSE. Mittlerweile gehören ihm fast 200 Städte in 16 Ländern an. Damit ist DIE HANSE eine der größten freiwilligen Städtegemeinschaften weltweit.

Emmerich wurde in diesem Jahr vertreten durch Andrea Joosten (Kulturbetriebe Emmerich), Gert Braam (Gästeführer in der Rolle des Hansekaufmanns), Johannes Diks (Hansegilde), Wolfgang Tyssen (Projekt Hanselinks) und Sarah Stricker von der Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketinggesellschaft Emmerich sowie durch die „Youth Hansa“-Teilnehmer Malgorzata Leszczynska und Kami Wolters. Für die Stadt Rees, die 2024 beim Hansetag in Danzig in DIE HANSE aufgenommen wurde und vor einem Jahr der Rheinischen Hanse beitrat, waren Caroline Weber und Michael Scholten von der Stabsstelle für Kultur, Tourismus und Marketing nach Stargard gereist. Die Stadt Kalkar wurde durch Karin Max von der Tourist-Information Kalkar und Martin Max vertreten.

Im Mittelalter, als Rheinstädte wie „embrica decora“ (Emmerich) und „ressa uber“ (Rees) ihre wirtschaftliche Blütezeit erlebten, kamen die Hansestädte regelmäßig auf dem Hansetag zusammen. Dort wurden Handelsfragen erörtert und gemeinsame Beschlüsse gefasst. Diese Tradition greift der Städtebund DIE HANSE mit dem Internationalen Hansetag der Neuzeit wieder auf. Jedes Jahr richtet eine andere Hansestadt dieses Fest aus. In den kommenden drei Jahren findet der Hansetag in Deutschland statt: 2027 in Braunschweig, 2028 in Stralsund und 2029 in Wismar, bevor die Niederländer 2030 mit einem Hansetag in Zwolle an die dortige Geburtsstunde des modernen Hansetages vor 50 Jahren erinnern werden.

Mit bilderreichen Broschüren und kleinen Geschenken wurden die Besucher des Hansemarktes auf die Vorzüge des Niederrheins aufmerksam gemacht. Die Stadt Rees warb mit Flaggen, Postkarten, Aufklebern und auch mit dem Jubiläumsbier der Millinger Braumanufaktur für die bevorstehende 800-Jahr-Feier anno 2028. Für viel Aufmerksamkeit sorgte das Wurfspiel der Rheinischen Hanse, bei dem sechs Ringe auf die Fahnenmaste des Modells eines Hanseschiffes (Kogge) geworfen werden mussten.