REES. Mehr als 30 Jahre hat Birgit Fischer die Gleichstellungsarbeit in Rees geprägt – nun gibt sie die Funktion der Gleichstellungsbeauftragten an ihre bisherige Stellvertreterin Katharina Richter weiter. Den symbolischen Rahmen für diesen Wechsel setzt der 17. Mai: der Internationale Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie (IDAHOBIT). In diesem Jahr lautet das Motto „At the heart of democracy" (="Im Herzen der Demokratie“). Aus diesem Anlass hisst die Stadt Rees bis Montag die Regenbogenfahne am Rathaus und setzt damit ein klares Zeichen für Toleranz, Vielfalt und den Schutz aller Lebensentwürfe.
„Birgit Fischer hat über drei Jahrzehnte hinweg dafür gesorgt, dass Gleichstellung in Rees kein leeres Wort bleibt. Dafür danke ich ihr sehr“, sagt Bürgermeister Sebastian Hense und freut sich über die nahtlose Übergabe an die Nachfolgerin: „Katharina Richter wird dieses wichtige Thema mit frischem Blick und klarem Kompass weiterführen."
Katharina Richter übernimmt die Funktion nicht unvorbereitet: Als bisherige Stellvertreterin war sie seit Mai des vergangenen Jahres eng in alle gleichstellungsrelevanten Themen eingebunden, nahm bereits an Vorstellungsgesprächen und Fachveranstaltungen teil – darunter ein Fachtag zum Kommunalen Gewaltschutz im Kreis Kleve – und hat die verwaltungsinternen Beteiligungsrechte der Gleichstellungsbeauftragten bereits aktiv wahrgenommen.
Ihr Verständnis von Gleichstellungsarbeit ist bewusst weit gefasst: „Es geht weit über die Gleichberechtigung von Mann und Frau hinaus", sagt Katharina Richter, die seit 2021 bei der Stadt Rees tätig und Mutter eines Sohnes ist. Neben der Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern liegen ihr besonders die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf, der Schutz vor sexueller Belästigung und Gewalt sowie die Förderung von Vielfalt am Herzen. Auch für die queere Community möchte sie sich sichtbar einsetzen – gerade angesichts aktueller gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen. Ihr Ziel: „Verbundenheit und Toleranz - davon kann unsere Gesellschaft nur profitieren.“ Und hier sei noch Luft nach oben. „Wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen. Das ist ein strukturelles Problem, das auf vielen Ebenen, insbesondere der Politik, gesehen und ernstgenommen werden muss“, erklärt Katharina Richter und ergänzt: „Das Thema wird aber zunehmend präsenter. Das empfinde ich als positive Entwicklung und daran arbeite ich."
Ihre Vorgängerin Birgit Fischer startete ihren beruflichen Weg bei der Stadt Rees 1978 mit der Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten. Sie prägte die Gleichstellungsarbeit seit 1995. „Ich bin dankbar für mehr als 30 Jahre konstruktive Arbeit – mit Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung, mit den Gleichstellungsbeauftragten im Kreis und mit allen Menschen, die sich in Rees für Gleichberechtigung starkgemacht haben“, blickt Birgit Fischer auf ihr Wirken.
Gemeinsam mit dem Arbeitskreis der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Kleve initiierte sie Aktionen zu wichtigen Terminen wie dem „Equal Pay Day“, Internationalen Frauentag (8. März) und dem Tag gegen Gewalt an Frauen (25. November). Runde Tische, ein Frauenarbeitskreis und ein Mädchenarbeitskreis entstanden in dieser Zeit ebenso wie praktische Beratungsbroschüren zu Themen wie Trennung, Scheidung und Minijob.
In den jüngeren Jahren verlagerte sich ihr Schwerpunkt auf die verwaltungsinterne Gleichstellungsarbeit: die Beteiligung an Personalmaßnahmen, die Fortschreibung des Gleichstellungsplans und die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf – einem Bereich, in dem die Stadt Rees heute ein hohes Niveau erreicht hat. Die Übergabe des Staffelstabes ist für Birgit Fischer auch die Vorbereitung auf ihren Ruhestand voraussichtlich im Frühjahr 2027.
Info
Neben Anliegen zu gleichstellungsrelevanten Themen innerhalb der Stadtverwaltung können auch Bürgerinnen und Bürger Kontakt mit Katharina Richter für Beratungen und Informationen aufnehmen: katharina.richter@stadt-rees.de oder 02851 51-155 (vormittags).

