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Lesung Stenmans: „In meinen Büchern geht es recht ruppig zu“

Am Mittwoch, 27. Mai, um 20 Uhr, stellt Daniel Stenmans in der Stadtbücherei Rees seinen Thriller „Imitator“ vor. Wir konnten dem in Kevelaer lebenden Autor zuvor einige Fragen stellen.

Herr Stenmans, mit Sonja Krüger haben sie in ihrem Thriller eine Ermittlerin gewählt, die zwar eine routinierte Polizistin ist, aber in ihrem privaten Umfeld auch sehr menschlich und verletzlich agiert. Was mögen Sie an ihrer Ermittlerin am meisten?

Tatsächlich muss ich zu meiner Schande geschehen, gibt es nicht allzu viel, was ich an Sonja Krüger mag. Wobei ich zugeben muss, dass sie in "Imitator" doch etwas menschelnder daherkommt als noch in "Komplize". Durch die Vorkommnisse in "Komplize" hat sie sich einen Panzer angeeignet, durch den nur sehr wenige durchdringen können. Sogar ihrer Familie fällt dies nicht leicht. Was ich an ihr mag, ist ihre Gradlinigkeit und dass sie meist zielgerichtet agiert - zumindest beruflich. Dass sie ihr Innerstes vielen verschließt, kann durchaus auch ein Vorteil sein, aber vielleicht übertreibt sie es ein wenig, wird oft missverstanden und kommt daher eher negativ rüber.

Ihre Thriller spielen in Krefeld, wo im Buch brutale Verbrechen geschehen. Mögen Sie die Stadt nicht?

(lacht) Doch schon ... Zwar habe ich lange Zeit gedacht, das Krefeld zu den hässlichsten Städten Deutschland zählen muss, und viele Ecken der Stadt liegen ziemlich weit oben in jenem Ranking, aber durch meine Recherche, meinen Setting-Touren, muss ich offen sagen, dass Krefeld sehr schön, durchaus malerische Aspekte besitzt und auch wirklich spannend ist. Der Grund, warum ich Krefeld gewählt hab, war u.a. anderem allerdings recht pragmatisch. Die Stadt liegt eine halbe Stunde von meinem Wohnort entfernt, sodass ich zur Recherche schnell mal dort bin.

Sie schreiben Bücher nebenberuflich und arbeiten hauptberuflich als Erzieher. Wie reagieren die Menschen, wenn sie erfahren, dass ein Erzieher Psychothriller schreibt?

Sie sind schon ein wenig irritiert, da es in meinen Büchern doch recht ruppig zugeht. Und gerade "Imitator" - hab ich gehört - ging vielen an die Nieren, wie man so schön sagt. Aber es hat - zumindest offiziell - niemand einen Betreuungsvertrag gekündigt, weil ich jemanden mit Kabelbindern auf einen Stuhl gefesselt und gefoltert habe. Wenn wir uns auf der Lesung sehen, dann rufen Sie mir als Stichwort "Kinderkleiderbörse" zur Erinnerung zu, dann erzähl ich Ihnen dazu mehr.

Am 27. Mai lesen Sie in der Stadtbücherei Rees. Welche Erfahrungen haben Sie mit Rees?

Um ehrlich zu sein, nicht allzu viel. Außer, dass es hin und wieder ein Ziel für Sonntagsausflüge war, die meine Eltern mit mir als Kind unternommen haben. Ich freu mich sehr auf die Lesung in der Stadtbücherei, weil ich dort sicher auf ein ganz neues Publikum als in Kevelaer treffe.

Lesen Sie in der Stadtbücherei drastische Szenen aus ihrem Buch oder gibt es auch eher humorvolle Szenen?

Die humorvollen Szenen in "Imitator" sind recht überschaubar. Der Einblick ins Buch ist daher ein durchaus düsterer. Aber ich verspreche Ihnen, dass der Rest - was ich Ihnen über mich (meinem Leben als Vater, Ehemann, Erzieher und Autor) und die Entstehung des Buches erzählen darf - durchaus zum Lachen einlädt und dafür Sorge trägt, dass alle einen unbeschwerten und schönen Abend haben werden.

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