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Ostfriesen-Krimi-Stimmung im Bürgerhaus


REES. Draußen herrschte Ostfriesenwetter mit Nieselregen, doch das Reeser Bürgerhaus war bis auf den letzten Platz besetzt, als Klaus-Peter Wolf sein neues Buch „Ostfriesenerbe“ vorstellte.

Der Krimiroman ist der 20. Fall für Ann Kathrin Klaasen und der Autor freute sich sehr, dass sein neues Buch wieder auf Anhieb auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerlisten gelandet war. „Als ich vor fast 20 Jahren meinen ersten Ostfriesenkrimi geschrieben habe, wurde ich belächelt“, konnte Wolf erzählen. Die Verlagsmitarbeiter hätten ihm vorgehalten, dass in Ostfriesland niemand lesen würde und außerhalb von Ostfriesland würde niemanden interessieren, was dort passiere.

Inzwischen werden Wolfs Bücher regelmäßig zu Bestsellern und für das Fernsehen verfilmt. „Fürs erste Programm hat es nicht gereicht, aber dafür hat das zweite Programm jetzt Top-Einschaltquoten“, schmunzelte Wolf. Mit Anekdoten von den Dreharbeiten konnte er das Publikum im Reeser Bürgerhaus zum Lachen bringen. Als Autor hat er durchgesetzt, dass die Filme nicht im Studio, sondern vollständig an den Schauplätzen seiner Bücher gedreht werden. So fanden jetzt Dreharbeiten auf der Insel Langeoog statt. Dafür musste das Filmteam, das normalerweise mit mehreren LKWs voll Ausrüstung anreist, das nötigste an Material per Hand auf die autofreie Insel tragen. In den Filmen hat Wolf inzwischen auch immer einen Cameoauftritt, um den Wiedererkennungseffekt der Filme zu erhöhen. „Beim ersten Mal sollte ich beim Auffinden der Leiche zu sehen sein und im Drehbuch wurde ich als ‚blöder Gaffer‘ beschrieben“, erzählte Wolf lachend. Bei einem anderen Fernsehauftritt sollte er in einer Bäckerei arbeiten, wo er dann beim Brötchenverkauf scheiterte.

Auch wenn die Verfilmungen der Ostfriesenkrimis inzwischen in 32 Ländern weltweit zu sehen sind, zeigte sich Wolf bodenständig und nahm sich nicht zu wichtig.

In seinem neuesten Buch erbt seine Kommissarin einen digitalen Nachlass. Es ist eine Datenbank, die Hinweise auf Verbrechen liefern kann. Die Nutzung der Daten ist jedoch illegal und wenn die Daten in falsche Hände geraten würden, könne das sehr gefährlich werden, gab Wolf die moralischen Probleme seiner Heldin wieder. „So verdeutliche ich im Buch die Chancen und Risiken von künstlicher Intelligenz, breche sie auf ostfriesische Verhältnisse runter und mache sie in der Person von Ann Kathrin Klaasen anschaulich“, erläuterte Wolf den Hintergrund für seinen Roman. Das Publikum lauschte aufmerksam seinem Bericht, wie er vom dilettierenden Regiokrimi-Schreiber zum internationalen Bestsellerautor wurde und dankte ihm mit langanhaltendem Applaus sowie zahllosen Signierwünschen in den am Büchertisch gekauften oder von zu Hause mitgebrachten Ostfriesenkrimis.


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