REES. Musik gab es in Rees am Wochenende an vielen Orten. 15 Veranstaltungen, über 200 Musikerinnen und Musiker, zahlreiche Besucherinnen und Besucher sowie etliche Gänsehautmomente bilden das Resümee der diesjährigen Reeser Tage der Musik. „Es ist beeindruckend, was ehrenamtliches Engagement hier auf die Beine gestellt hat: Begeisterung, Kultur und ganz viele zufriedene Menschen“, lobte der Reeser Bürgermeister Sebastian Hense die Veranstaltungsreihe. Sein Dank gelte allen Beteiligten vor, hinter und auf der Bühne.
Den Auftakt machte am Donnerstagabend die Musikerin „Kat Kit“ aus Kusel in der Haldern Pop Bar. Sie verzauberte das Publikum mit ihrem ganz eigenen Stil: experimentell und zugleich nahbar, geprägt von Klavier und einer Stimme, die berührt. Kat Kit ist eine der bemerkenswertesten Nachwuchskünstlerinnen der deutschen Indie-Szene. Beim local heroes-Bundesfinale 2023 wurde sie zur besten Newcomerin Deutschlands gekürt.

Daran knüpfte am Freitagmorgen die musikalische Andacht des Gymnasium Aspel in der St. Mariä Himmelfahrt Kirche ein. Das Gotteshaus war bis auf den letzten Platz besetzt. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte gestalteten ein Programm zum 175-jährigen Jubiläum.
Traditionell gaben die Haldern Strings das „Eröffnungskonzert“ am Freitagabend in der evangelischen Kirche am Markt in Rees. Unter der Leitung von Ella Rotsch, Lisa Rößler und Ole Hansen präsentierten die Ensembles „Haldern Strings" und das „Haldern Strings Celloensemble" Werke von Bach, Händel und Tschaikowsky – ebenfalls in einem voll besetzten Gotteshaus.
Aufgrund des Wetters musste der Akustik Jam an der Pumpe des Buena Ressa Music Clubs in die Vereinsräume im Reeser Industriegebiet verlegt werden – was der Stimmung keinen Abbruch tat.
Am Samstagmorgen startete dann die offene Probe des Kammerchor Haldern im St. Marien Seniorenheim.

Ab dem frühen Nachmittag verzauberte „Heikoustic“ alias Heiko Weische aus Anholt die Überfahrt mit der Reeser Rheinfähre „Rääße Pöntje“. Er sorgte für stimmungsvolle Unplugged-Atmosphäre mit Singer-Songwriter-Cover von Snow Patrol, Philipp Poisel und Calum Scott.
Der Buena Ressa Chor unter der Leitung von Rainer Dahmen begeisterte am Samstagabend an der Cafébar 837,5 mit bekannten Liedern zum Mitsingen und Tanzen. Zeitgleich gaben die Haldern Strings ein zweites Konzert im Kindergarten Sonnenschein in Rees.
Die Band „Monkey Business“ musste ihr Konzert im Buena Ressa Music Club krankheitsbedingt leider absagen. Dafür sprang aber „Traces“ mit Hits aus den vergangenen 40 Musikjahren ein. In allen Ecken der Musikfabrik gab es Mitsing- und Tanzmomente.
Das Triple gab es am Sonntagmorgen: Der Kirchenchor Millingen-Rees und die Reeser Spatzen bereicherten die Messfeier in der St. Quirinus Kirche Millingen. Im vollen Reeser Karl-Leisner-Heim boten Fabiola Hallen (Fagott und Flöte) und Ingrid Hauser (Klavier) eine Kammermusik Matinee mit Stücken von Georg Philipp Telemann, Franz Schubert und Alessandro Longo.
In der Haldern Pop Bar begeisterte „SaraBandE“ vor rund 100 Zuschauerinnen und Zuschauern mit bekannten Covern aus dem Indie-Rock-Genre wie „Hold back the river“ von James Bay und „Baby Talk“ von Mick Flannery und Susan O’Neil.

Beim Jugendaktionstag gab es die „Junge Bühne“ für Nachwuchskünstler, die gerne vor einem Publikum spielen wollten. Das nutzten zum Beispiel der Rapper Jassoura, Keyboarderin Elsa Stevens im Duett mit Lehrer Ronald van Barele und Davely von der ZUE Rees, der sich mit dem neapolitanischen Klassiker „O sole mio“ im Openstil in die Herzen der Gäste sang.
Beim Kinderkonzert „von Kleinen für Kleine" im Kindergarten Sonnenschein zeigten die jüngsten Schülerinnen und Schüler des Haldern Strings e.V., was sie bereits auf ihren Instrumenten gelernt haben.
Den krönenden Abschluss bildete am Sonntagnachmittag die „Night of Rees" im Bürgerhaus – vor rund 500 Besucherinnen und Besuchern in einem voll besetzten Saal. Rund 75 Mitwirkende – von Amateuren bis zu professionellen Musikerinnen und Musikern aus dem Niederrhein, dem Münsterland und den Niederlanden – vereinten sich für dieses einzigartige Gemeinschaftsprojekt. Durch den Abend führte Tim Terhorst als Moderator.
Das eigens in Auftrag gegebene und von Spenden des Vorjahres finanzierte Notenmaterial formte ein breites Programm: Filmmusik aus „King Arthur", „The Hunger Games" und „A Star Is Born" stand neben Beatles-Klassikern wie „Hey Jude" und „Let It Be" sowie Rihannas Ballade „Lift Me Up". Das Orchester, das aus dem Halderner Blasorchester und befreundeten Musikerinnen und Musikern bestand, wurde von Paul Gregoor vorbereitet. Der Projektchor unter der Leitung von Matthias Gissing hatte sich im Vergleich zum Vorjahr personell verdoppelt. Die Streichergruppe aus ehemaligen Haldern Strings und befreundeten Musikerinnen und Musikern probte unter der Regie von Nane Schwarzkopf.
Die Solistinnen und Solisten Maike Winter, Khady Doumbia, Jörg Thimm und Mattes Wissing rundeten das Ensemble ab. Die musikalische Gesamtleitung lag – wie bereits in den vergangenen Jahren – in den Händen des studierten Orchesterdirigenten Kilian Florijn. Alle Ensembles benötigten für die Vorbereitung nur drei gemeinsame Proben für das Abschlusskonzert.
Die diesjährigen Reeser „Tage der Musik" erinnerten auch an ihren Gründer: Der im Frühjahr verstorbene Georg Michel hat die Reihe im Jahr 2012 ins Leben gerufen und sie über viele Jahre mit großem Einsatz geprägt. „Die diesjährige Ausgabe war auch ein Zeichen der Erinnerung an ihn und sein Werk, was insbesondere beim Abschlusskonzert Erwähnung fand“, berichtete Mitkoordinator Christian Lehmann.
Unterstützt wurde die Reihe von der Sparkasse Rhein-Maas und dem Förderkreis Musik Haldern. Nach Konzertende wurden am Ausgang des Bürgerhauses Spenden gesammelt, um die Finanzierung der Arrangements für die „Night of Rees 2027" zu sichern.
Tage der Musik 2027
Die Tage der Musik 2027 finden vom 10. bis zum 13. Juni statt. Wer das Programm musikalisch oder anderweitig unterstützen möchte, kann sich an Christian Lehmann vom Förderkreis Musik Haldern e.V. wenden: lehmann.christian@gmx.de. Weitere Infos unter www.tagedermusik-rees.de

