REES. Am Sonntag, 13. September 2026, beteiligt sich sieben bedeutende Reeser Gebäude am bundesweiten Tag des offenen Denkmals. Besucherinnen und Besucher können dabei Bauwerke und Orte kennenlernen, die von der Geschichte der Stadt und ihrer Ortsteile erzählen. Unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ reicht das Spektrum vom spätmittelalterlichen Wohnturm über Kirchen und ein Wasserschloss bis zum Erinnerungsort für den Deichbau und einem historischen Transformatorenturm.
In Rees ist unter anderem der Battenbergturm in Haldern dabei. Der gehört zu den wenigen erhaltenen Wohntürmen im nördlichen Rheinland und wurde vermutlich zur Wende des 15. und 16. Jahrhunderts errichtet.
Die evangelische Kirche in Mehr steht für die Geschichte der reformierten Gemeinde Haffen-Mehr. Entstanden um 1767 stellt das Gebäude einen für seine Entstehungszeit und die regionale Landschaft charakteristischen evangelischen Kirchenbau dar, der auch im Inneren mit seiner Ausstattung weitgehend gut erhalten ist.
Mit dem Mahnmal „Helft Deichen“ in Mehr rückt ein Denkmal in den Blick, das unmittelbar mit dem Leben am Rhein verbunden ist. Es erinnert an eine Hochwasserkatastrophe im Ort und verweist auf die Bedeutung des Hochwasserschutzes für die gesamte Region. Das Deich-Denkmal besteht aus einer Christopherus-Statue auf dem Nachbau eines Deichabschnitts mit der Aufschrift „Helft Deichen“.
Die katholische Pfarrkirche St. Lambertus in Haffen ist eine zweischiffige, kreuzrippengewölbte Backsteinanlage aus dem frühen 15. Jh. Aus der Zeit ist das sechsseitige Becken vom Taufstein erhalten geblieben.
Die erste urkundliche Erwähnung des Schloss Bellinghoven stammt aus 1206. Das anmutende Gebäude im heutigen Zustand steht auf einer rechteckigen, wasserumwehrten Insel, deren gesamte Fläche von einem Kellergeschoss eingenommen wird, auf dem sich darüber das Schlossgebäude mit Mansarddach erhebt. Seit 1983 betreibt der Caritasverband Oberhausen hier eine heilpädagogische Einrichtung für junge Erwachsene.
Der Transformatorenturm in Mehr wurde 1914 errichtet und ist ein frühes Zeugnis der Elektrifizierung im ländlichen Raum. Als Umspannhaus wandelte er Strom von Mittel- in Niederspannung um und versorgte unter anderem ein Gehöft und eine Molkerei. Der Turm zeigt damit anschaulich, wie technische Infrastruktur den Alltag in den Dörfern veränderte.
Geschichte erleben: Zwei öffentliche Themenführungen
Auch zwei öffentliche Themenführungen laden am Tag des offenen Denkmals dazu ein, in die Reeser Geschichte einzutauchen. Um 11 Uhr beginnt am Burgweg die rund einstündige Führung „Unterwegs in der Burgruine Empel“. Als „Kastellan Heinrich von Burg Empel“ führt Gästeführer Heinz Wellmann über das Gelände der Burgruine und erzählt vom Leben auf der Burg – vom Mittelalter bis in die Neuzeit. Die Teilnahme kostet acht Euro pro Person; Kinder bis zwölf Jahre nehmen kostenlos teil. Tickets sind direkt vor Ort beim Gästeführer erhältlich, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Um 14.30 Uhr startet an der Scholten-Mühle, Zur Windmühle 6, die Führung „Mahle, Mühle, mahle – vom Korn zum Mehl“. Gästeführer Heinz Wellmann ist hier als „Müller Hein“ unterwegs. Bei einem rund 60-minütigen Rundgang durch alle Böden der historischen Kornwindmühle erläutert er den Weg vom Korn zum Mehl. Von 1849 bis 1963 mahlte die Scholten-Mühle mit ihren schweren Mühlensteinen Korn. Die Teilnahme kostet fünf Euro pro Person; Kinder bis zwölf Jahre sind kostenlos dabei.
Sehenswürdigkeiten in Rees
In kultureller Hinsicht haben die Rheinstadt und ihre Ortsteile einiges zu bieten. Eine Übersicht der Sehenswürdigkeiten und Denkmäler sowie viele weitere Infos gibt es unter www.stadt-rees.de/tourismus

