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Lesung Martna Bogdahn: "Von der Nebenrolle zur Hauptfigur", 15.10.2026


REES. Am 15. Oktober, 20 Uhr, liest die Bestseller-Autorin Martina Bogdahn in der Stadtbücherei Rees aus ihrem aktuellen Roman "Mirabellentage". Wir durften der Autorin vorab einige Fragen stellen.

Frau Bogdahn, in "Mirabellentage" spielt Anna, die Haushälterin des verstorbenen Pfarrers, die Hauptrolle. Ist das Bild einer Pfarrhaushälterin denn noch zeitgemäß?

Die Figur der Pfarrhaushälterin steht in meinem Roman für jede Frau, die ihre eigenen Bedürfnisse hinten anstellt. Damit ist sie durchaus zeitgemäß, denn das ist bei allen Frauen die sich um Kinder, Eltern, Haushalt und gleichzeitig noch um ihren Beruf kümmern, auch so.

In ihrem ersten Roman "Mühlensommer" hatte Anna bereits eine kleine Nebenrolle, in "Mirabellentage" ist Anna die Hauptfigur. Hatten Sie bereits beim Schreiben des ersten Buches geplant, Anna quasi groß herauskommen zu lassen?

Nein gar nicht, denn Anna ist in „Mühlensommer" eine ganz und gar unscheinbare Person, die sogar ein wenig als Witzfigur daherkommt. 
Bei der Überlegung, wer in meinem zweiten Roman zur Protagonistin werden könnte, spielte die Idee eine große Rolle, dass wir im Leben oft auf Menschen treffen, die wir auf den ersten Blick falsch einschätzen.
Es hat mich brennend interessiert, ob und wie die Figur der Frau Nass über sich hinauswachsen kann, und es gleichzeitig schafft, die Leser:innen für sich zu begeistern. Man muss die Anna nämlich einfach mögen!

 

"Mirabellentage" ist voller humorvoller Szenen, die man sich eigentlich gar nicht ausdenken kann. Wurden Ihnen diese Szenen erzählt oder waren Sie bei einigen dabei?

Meine Geschichten haben alle einen kleinen wahren Kern. Aus meinem Leben, aus Geschichten in der Nachbarschaft, manchmal ist es auch nur ein Gegenstand aus dem Fundus meiner Familie. Den Rest erledigt dann meine Fantasie. Oft muss ich selbst beim Schreiben laut lachen!

 

Als junge Frau erlebt Anna mehrere Situationen, die heute eindeutig als sexuelle Übergriffe gelten würden. Anna kann diese Situationen alle abwehren, was würden Sie Frauen heute mitgeben?

Oh, das ist ein schwieriges Thema. Ich kenne leider selbst viel zu viele Frauen, die so etwas erlebt haben. Anna kommt gut davon, denn sie hat immer ein bisschen Glück an ihrer Seite, und im richtigen Moment auch Freunde, denen Sie alles erzählen kann.

Das ist etwas, was ich für essenziell halte. Nicht aus Schamgefühl zu schweigen, sondern sich immer aktiv Hilfe holen.


Sie haben Kommunikationsdesign studiert und arbeiten hauptberuflich als Fotografin. Können Sie deshalb so gut Bilder in Worte umsetzen?

Das kann ich selbst gar nicht so genau beantworten. Sie wissen ja wie das ist mit dem Eigenlob. aber ich vermute schon, dass es so ist, denn ich verliere mich selbst beim Schreiben oft in meinen Welten.

 

Am 15. Oktober lesen Sie in der Stadtbücherei Rees. Erwartet die Besucher:innen, dass Sie aus dem Buch vorlesen, oder können Sie schon mehr verraten?

Es wird auf gar keinen Fall nur vorgelesen. Ich erzähle, beschreibe, spiele Gitarre, singe Annas Lieblingslied und lese die für mich wichtigsten Stellen aus meinem Roman.  Nur tanzen werde ich nicht, soviel sei versprochen!  Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf den Abend!