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Sechsstellige Förderungen für neue Museumsgestaltung


Eine besondere Übergabe im Koenraad Bosman Museum: NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach hat jetzt persönlich den Zuwendungsbescheid des NRW-Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung übergeben. Die Fördersumme beläuft sich auf 372.700 Euro – und markiert einen entscheidenden Meilenstein auf dem Weg zu einer vollständig neu konzipierten stadtgeschichtlichen Dauerausstellung im Reeser Museum.

Die Förderung wird im Rahmen der NRW-Initiative „Heimat-Zeugnis-Nordrhein-Westfalen" gewährt, mit der das Land Vorhaben mit herausragenden Konzepten unterstützt, die lokale und regionale Geschichte mit innovativen Methoden generationsübergreifend erlebbar machen. Mit einem Fördersatz von 90 Prozent handelt es sich um die höchstmögliche Anteilsförderung des Programms.

Mit dem Eigenanteil stehen für die Ausstellung selbst 403.000 Euro bereit. Dazu kommen weitere Förderzusagen: Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) beteiligt sich mit 300.000 Euro, die NRW-Stiftung mit 250.000 Euro. Das Gesamtbudget für die Entwicklung der neuen Dauerausstellung beläuft sich auf insgesamt rund 950.000 Euro. „Damit können wir für das Koenraad Bosman Museum eine Grundlage für eine sichere und attraktive Zukunft schaffen. Ohne die Förderung und ohne die Initiative hier vor Ort wäre das in den schwierigen finanziellen Zeiten der Kommunen nicht möglich gewesen“, betonte der Reeser Bürgermeister Sebastian Hense in seiner Ansprache und bedankte sich auch bei den Verantwortlichen des Verkehrs- und Verschönerungsverein Rees, die sich mit ihrem Engagement für den Erhalt der Fördermittel stark gemacht haben und die Umsetzung der Dauerausstellung in den Räumlichkeiten des Koenraad Bosman Museums begleiten. „Sie alle haben an die Zukunft des Museums geglaubt und Sie machen diese Zukunft jetzt möglich.“

Die Ausstellung unter dem Arbeitstitel „Rees entdecken. Eine Reise durch Zeit und Raum" soll anlässlich der 800-Jahr-Feier der Stadt Rees   im Jahr 2028 eröffnen. Im um 1850 erbauten Villengebäude des Koenraad Bosman Museums und in der darunter liegenden historischen Kasematte wird die Reeser Stadt- und Siedlungsgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart erzählt. Herzstück des Konzepts soll die Leitfigur „Ressa" sein, die mit Hilfe digitaler Technik erzählerisch durch die Ausstellung führt und mit Besucherinnen und Besuchern in Kommunikation tritt. Mehrsprachige, barrierearme und partizipative und spielerische Formate öffnen das Angebot für ein breites Publikum.

Als besonderes Alleinstellungsmerkmal am Unteren Niederrhein gilt die weitgehend erhaltene mittelalterliche und frühneuzeitliche Stadtbefestigung – ihre unterschiedlichen Bestandteile werden zusammen mit anderen historischen Bauten als greifbare „Erzähldenkmale" zu Ankerpunkten der Ausstellung. Teile der vorhandenen Kunstsammlung sollen neben den neuen Exponaten in die passenden musealen Kontexte gestellt werden.

Verantwortlich für die Antragstellungen und die Neukonzeption ist Dr. Veit Veltzke. Dem Projektleiter und früherem Museumsdirektor des LVR-Niederrheinmuseums in Wesel ist es unter anderem ein Anliegen, die oft nur wenig oder gar nicht bekannte historische Bedeutung von Rees, der ältesten mittelalterlichen Stadtgründung am Unteren Niederrhein nördlich von Duisburg, im Koenraad Bosman Museum zu visualisieren. „Die neue Dauerausstellung soll erlebnisorientiert sein, Geschichte durch belegte Geschichten erzählen und Entdeckerfreude an den ausgestellten Objekten wecken.“  erklärt Veit Veltzke.

Mit dem Förderbescheiden aus Düsseldorf und Köln sind die finanziellen Grundlagen für das Projekt gesichert. Die konzeptionelle Arbeit läuft bereits und mit den ersten Umsetzungsmaßnahmen soll im kommenden Jahr begonnen werden. Der Raum für die Wechselausstellungen ist von den Veränderungen nicht betroffen.