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Zwischen Körperbild und digitaler Projektion


REES. Mit der Ausstellung „Berührungen – Zwischen Nähe und Projektion“ präsentiert das städtische Koenraad Bosman Museum vom 30. August (Eröffnung ab 11.30 Uhr) bis 8. November 2026 Arbeiten der Düsseldorfer Künstlerin Aline Regese. In ihren großformatigen Aquarellen auf Büttenpapier untersucht sie die Vielschichtigkeit zwischenmenschlicher Begegnung – dort, wo Nähe als Wunsch, Erinnerung, körperliche Erfahrung oder bloße Vorstellung entsteht.

Regeses Bilder richten den Blick auf den menschlichen Körper als einen Ort der Beziehung. Die Figuren scheinen einander zugewandt, suchen Halt oder geraten in fragile Konstellationen. Berührung erscheint dabei nicht als eindeutige Geste: Sie kann Geborgenheit vermitteln, aber ebenso Unsicherheit, Abhängigkeit oder den Moment des Sich-Entziehens. Die Malerei hält diese Ambivalenz offen. Nähe wird nicht erklärt, sondern als empfindliche, wandelbare Situation erfahrbar.

Eine besondere Spannung entsteht durch die Auseinandersetzung der Künstlerin mit KI-generierten Bildvorlagen. Regese übernimmt diese Vorlagen nicht einfach in ihre Malerei, sondern übersetzt sie in einen langsamen, materiellen und von Hand vollzogenen Arbeitsprozess. Gerade die Brüche digital erzeugter Körperbilder – Verschiebungen, Unklarheiten und irritierende Details – bleiben dabei sichtbar. In der Aquarellmalerei erhalten sie eine neue körperliche Präsenz.

So treffen in den Arbeiten zwei grundsätzlich verschiedene Bildwelten aufeinander: die scheinbar grenzenlose Erzeugbarkeit digitaler Bilder und die Unmittelbarkeit des Aquarells auf Papier. Transparente Farbschichten, fließende Übergänge und die Eigenständigkeit des Materials stehen einer Bildsprache gegenüber, deren Ursprung im Digitalen liegt. Regese fragt, wie verändert sich unser Verständnis von Intimität, wenn Nähe auch projiziert, simuliert oder nur imaginiert werden kann?

Die Ausstellung versteht Berührung nicht allein als körperlichen Kontakt. Sie thematisiert ebenso die emotionale Distanz, die zwischen Menschen bestehen kann, obwohl sie sich nahe sind – und die Möglichkeit von Verbundenheit, selbst wenn Körper einander nicht erreichen.

Aline Regese entwickelte ihre künstlerische Praxis zunächst im Rahmen eines mehrjährigen Mentorings bei der Düsseldorfer Künstlerin Cecily Park. In den folgenden Jahren entwickelte sie ihre Bildsprache eigenständig weiter. Von 2022 bis 2023 vertiefte sie ihre Ausbildung in der Werkausbildung ‚Freie Malerei und Grafik‘ an der Freien Akademie Rhein/Ruhr bei Veit-Johannes Stratmann.


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